Energiespar-Reifen und ein elektronischer Schleuderschutz sollen zur Pflicht für alle Neuwagen in Europa werden - das geht aus Plänen der EU aus Brüssel hervor. Der renommierte Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen schätzt die hierdurch entstehenden höheren Kosten für den Verbraucher auf etwa 600 Euro pro PKW. Vor allem kleinere Modelle unter der Golf-Klasse werden von den neuen Regelungen betroffen sein, denn bei ihnen sind die künftig vorgeschriebenen Extras seltener Standard als bei Fahrzeugen höherer Klassen. Dudenhöffer geht davon aus, dass die Kleinwagenbauer die Kosten zu 100% an ihre Kunden weitergeben werden. Nach Schätzungen der EU belaufen sich diese auf 100-300 Euro Aufpreis, doch Dudenhöffer rechnet mit höheren Preisen. Den Plänen der EU zufolge soll ab 2014 der elektronische Schleuderschutz Standard für alle Neuwagen werden - für neue Pkw- und Lkw-Modelle gilt dies schon 2012. Ab diesem Jahr sind die Hersteller auch dazu verpflichtet, sowohl Reifen mit geringerem Rollwiderstand zu verwenden als auch eine automatische Reifendruckkontrolle in ihre Fahrzeuge einzubauen. Die letztgenannte Maßnahme soll eine Spritersparnis von 3-5% und eine Verringerung der CO2-Emission um 7 Gramm pro Kilometer bringen. Dieser geringere Verbrauch soll den Aufpreis beim Kauf eines Neuwagens wett machen und diesen sozusagen attraktiver machen.
Experten stehen den Vorschlägen skeptisch gegenüber, insbesondere die Leichtlaufreifen erhöhen das Risiko schwerer Unfälle, da ein niedrigerer Rollwiderstand mit einem verlängerten Bremsweg und somit einer erhöhten Aufprallgeschwindigkeit einhergeht, warnen die Fachleute. (mh)