Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) kritisiert den größten Ökostrom-Anbieter Deutschlands “Lichtblick”, weil dieser auch Kohle- und Atomstrom liefert. Genauer: Die Informationspolitik des Unternehmens sei verwerflich, da hier mit 100% Ökostrom geworben werde, aber in Einzelfällen wie z.B. bei Großkunden, nur 99% des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dass dies prinzipiell wegen der aktuellen Bedingungen am Strommarkt nicht anders gehandhabt werden kann und der Stromanteil aus nicht-erneuerbaren Energien weniger als 1% betrage, sei zu verkraften. Dies sei aber auch als solches zu kennzeichnen, fordern die Naturschützer. Unabhängig davon sollte Ökostrom bei einem Wechsel des Stromanbieters immer die erste Wahl sein, so NABU, denn nur so könne man gegen die Energiepolitik der großen Kohle- und Atomkonzerne wie EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall protestieren und den bislang noch unzureichenden Wettbewerb auf dem Markt fördern. Laut NABU beläuft sich der durchschnittliche Stromanteil aus erneuerbaren Energien aktuell auf gerade mal 14%. Für die Kunden sei eine bessere Information über die Strom-Bezugsquellen der Anbieter von Ökostrom wichtig, dies wäre am besten über eine Zertifizierung zu erreichen. Das “Grüner Strom Label” wäre eine solche Zertifizierung, die kennzeichnet, dass von jeder verkauften Kilowattstunde Strom mindestens 1 Cent in die Investition neuer Anlagen fließt. Aber auch politisch müsse etwas geschehen, damit sich die Rahmenbedingungen für den Handel von Strom aus Erneuerbaren Energien verbessern. (mh)