Geht es nach dem früheren US-Vizepräsidenten und Friedensnobelpreisträger Al Gore, würde die Stromversorgung der USA innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Gore erklärte, dass dieses Ziel nicht nur erreichbar sei, sondern auch erschwinglich und forderte seine Landsleute auf, dann auch verstärkt Elektroautos zu nutzen. Seine Idee sei mit der von US-Präsident John F. Kennedy vergleichbar, der Anfang der 60er Jahre plante, einen Menschen auf den Mond zu schicken. Während die amerikanischen Medien vom ehrgeizigsten Energieplan sprechen, den ein prominenter US-Politiker vorgeschlagen hat, bezweifeln Kritiker die Umsetzbarkeit des Plans. Gore räumte ein, dass es bei der Umsetzung tatsächlich einige Hürden gäbe, so sei z.B. das Verteilernetz noch nicht ausreichend entwickelt. Aber die Kosten für Wind- und Solarenergie seien im Vergleich zu den stetig steigenden Preise für Kohle und Öl gesunken.
Sollte sich Gores Plan durchsetzen, würde dies eine massive Umgestaltung der amerikanischen Energiewirtschaft bedeuten. Aktuell wird die Hälfte des Stroms der USA aus Kohle und zu jeweils 20% aus Atomenergie und Erdgas gewonnen. Nach Angaben der US-Energiebehörde beträgt der Stromanteil von erneuerbaren Quellen gerade einmal 2,5%. Jim Owen, Sprecher des Edison Electric Institute, das zahlreiche US-Energieversorger vertritt, bewertete die Forderung Gores, menr erneuerbare Energiequellen und Elektroautos einzusetzen, positiv, betonte aber, dass der angestrebte Realisierungszeitraum von 10 Jahren nicht einzuhalten sei. Alleine mit alternativen Quellen und Energieeffizienz könne dieses Ziel nicht erreicht werden, stattdessen wäre ein ausgewogenes Energieportfolio anzustreben, in dem ein größerer Anteil auf erneuerbare Energiequellen entfällt anzustreben. Ein Verzicht auf Atomenergie sei dagegen undenkbar. Auch die beiden Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama begrüßten Gores Plan.