Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verursacht milliardenschwere indirekte Kosten, die vor allem der Endverbraucher zu tragen hat. Diese indirekten Kosten beliefen sich im Jahr 2006 allein auf 445 Millionen Euro, mindestens 3,3 Milliarden Euro dürften es im Jahr 2020 sein.
Zu diesem Ergebnis gelangte eine Studie der TU Berlin, die dem Handelsblatt vorliegt. Da das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ohnehin schon hohe Kosten verursacht, müssen die Kosten noch dazu addiert werden. Windräder oder Photovoltaikanlagen werden erst durch den Anreiz wirtschaftlich attraktiv, den das EEG allen Produzenten von Ökostrom anbietet, nämlich eine Garantie für feste Vergütungssätze, die teilweise deutlich über den Marktpreisen für konventionell erzeugte Energien liegen. Dadurch ist der Anteil der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren mit enormer Geschwindigkeit gestiegen und beläuft sich mittlerweile auf rund 14 Prozent am gesamten Stromverbrauch. Jedoch wird die Differenz zwischen EEG-Vergütung und Marktpreis auf alle Stromverbraucher umgelegt. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) angab, lag die EEG-Umlage im vergangenen Jahr bei 4,15 Mrd. Euro und wird auf 4,95 Mrd. Euro in diesem Jahr ansteigen.
Nur ein Teil der Kostenverursachung der Erneuerbaren Energien wird damit erfasst, denn ihr stetiger Ausbau macht einen Umbau der Infrastruktur für die Versorgung erforderlich. Die starke Zunahme von Windrädern in Norden und Nordosten Deutschlands führt etwa dazu, dass die Stromproduktion und der Stromverbrauch räumlich immer weiter auseinander klaffen. Das heisst, es muss ein neues Stromleitungsnetz quer durch Deutschland gebaut werden. Allein die Kosten für diesen Netzausbau beziffert der Leiter des Fachgebietes Energiesysteme an der TU Berlin, Georg Erdmann, auf 1,2 Mrd. Euro. Die Kosten dafür werden vom Netzbetreiber auf alle Kunden umgelegt. (sk)