Im Frühjahr 2009 wollen der Autobauer BMW zusammen mit dem Stromkonzern Vattenfall Europe 50 Elektroautos der Marke Mini E in einem großangelegten Feldversuch auf Berlins Straßen starten. Bei de rVorstellung des Projektes in der Britischen Botschaft in Berlin sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer, dass die Alltagstauglichkeit der mit Ökostrom betankten Kleinwagen erprobt werden soll. Im englischen Oxford geht der Mini E von BMW in Produktion. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte bei der Präsentation diesen Feldversuch und nannte den BMW-Chef Reithofer sowie Vattenfall Europe-Chef Tuomo Hatakka „zwei Berufsrevolutionäre“, die es auf sich nähmen, „die dritte industrielle Revolution in die Praxis umzusetzen.“
Auf lange Sicht könnten die Akkus von Millionen von Elektroautos der ideale Nachtspeicher für überschüssige Energie aus Windkraftanlagen sein und zur Stabilisation des Stromnetzes beitragen. Gabriel eröffnete mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sowie Staatssekretären aus dem Bundeswirtschafts- und Bundesforschungsministerium die „Nationale Strategiekonferenz Elektromobilität“ und definierten dabei das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 rund eine Million Elektroautos in Deutschland auf die Straße zu bringen. Fünf Millionen sollen es bis 2030 sein. „Autos, die ausschließlich mit fossilen Energiequellen fahren, sind langfristig Auslaufmodelle“ nach Überzeugung Tiefensees. In Städten und Ballungsräumen würden Elektroautos „die Belastung mit Schadstoffen, Feinstaub, Lärm und die Lebensqualität der Menschen steigern“.
Zunächst sollen in dem Berliner Feldversuch 50 Stromsäulen aufgestellt werden, über die auch Vattenfall-Konkurrenten wie E.on oder RWE ihren Strom verkaufen können. Das „Betanken“ des Mini E erfolgt über den normalen Schuko-Stecker und wird dann über die Stromrechnung oder mit Geldkarte abgerechnet. Ein Ladevorgang dauert in etwa zweieinhalb Stunden und kann auch in der heimischen Garage erfolgen. (sk)