Ärmeren Ländern setzen Naturkatastrophen wie Hochwasser, Stürme und Hitzewellen stärker zu als Industriestaaten. Die Umweltorganisation Germanwatch stellte die Liste der Länder, die am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind, am Rande der UN-Klimakonferenz in Posen vor. Der Klima-Risiko-Index erscheint jährlich und basiert auf der Analyse von Daten aus zehn Jahren. Die Kriterien sind unter anderem die Zahl der Toten und Materialschäden.
Wie auch schon im Report des vergangenen Jahres nehmen die ersten drei Plätze Honduras, Bangladesch und Nicaragua ein. Dem Hurrikan „Mitch“ fielen in Honduras 1998 allein 5600 Menschen zum Opfer und der Sachschaden war immens. Auf Haiti verursachte der gleiche Hurrikan enorme Schäden, weshalb das Land den vierten Platz einnimmt. Unter häufigen Stürmen und Hochwasser litten Vietnam und Indien und belegen Platz sechs und sieben. Den gleichen Wert errechnete Germanwatch auf der Grundlage von Zahlen der Versicherungsgesellschaft Münchener Rück für Mosambik und Venezuela. Hier forderten vor allem Überflutungen zahlreiche Todesopfer. Bei einem starken Hochwasser starben 1999 allein in Venezuela 30.000 Menschen. Auf Platz zehn befinden sich die Philippinen aufgrund der Schäden infolge von Stürmen und Überschwemmungen.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr befindet sich auf dem jüngsten Klima-Risiko-Index sich kein einziges europäisches Land. Im Klima-Risiko-Index 2008 belegten Deutschland und Frankreich Platz zehn und neun. Bei der Hitzewelle im Jahr 2003 starben allein in Deutschland 8.000 Menschen.
Nur begrenzt sagen die Anzahl der Toten oder die Höhe der Schäden etwas darüber aus, wie sehr ein Land tatsächlich unter einem Extremwetterereignis zu leiden hatte. Wie verwundbar Regionen generell sind, das zeigt jedoch der Klima-Risiko-Index. Gegen Extremwetterereignisse können sich ärmere Länder schlechter wappnen und die Schäden schlechter ausgleichen. Bei der UN-Klimakonferenz in Posen werden in einem Workshop, der auf der Grundlage der Analyse von Germanwatch basiert, Anpassungsstrategien und mögliche Versicherungen für die betroffenen Länder diskutiert. (sk)