Vor zwei Jahren schon geriet Sachsens schwarz-rote Koalition um die Klimapolitik herbe aneinander, da Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mehr erneuerbare Energien forderte, als der damalige Regierungschef Georg Milbradt (CDU). Bedingt durch eine Klimastudie, die die Grünen im Freistaat in Auftrag gegeben haben, steht das Thema Klimaschutz nun erneut auf der Tagesordnung. Die Experten der Studie kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Eine komplette Versorgung mit Öko-Strom sei schon in absehbarer Zeit möglich.
Derzeit werden rund 14 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energieträger gewonnen und bis zum Jahr 2020 könnten es bereits 82 Prozent sein. Der frühere Referent für Klimaschutz im Landesamt für Umwelt und Geologie und jetzige federführende Autor der Studie, Hans-Jürgen Schlegel (CDU) sagte in Dresden, dass sich damit der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um rund 16 Millionen Tonnen reduzieren lasse. Schlegel geht davon aus, dass je knapp ein Drittel des derzeit 21.000 Gigawattstunden in Sachsen verbrauchten Stroms aus Windkraft, Photovoltaik sowie Biomasse/Biogas gewonnen werden könnten. Aufgrund der drohenden Folgen sei die Umstellung „ein Muss“ und ein schnelles Handeln sei notwendig, so Schlegel. Das Ergebnis war für die Grünen in Sachsen eine frohe Botschaft. Jedoch sieht Umweltminister Frank Kupfer (CDU) das Ergebnis der Studie anders: „Die Prognosen der Studie sind in Sachsen völlig unrealistisch“, sagte er. Der Anteil erneuerbarer Energien müsse zwar erhöht werden, hätten aber enorme Investitionen von 14,2 Milliarden Euro zur Folge und diese würden dann an die Verbraucher weitergereicht, was nicht vertretbar sei. (sk)