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Thüringen: Einsatz an erneuerbaren Energien nicht ausgeschöpft

Laut einer Studie der Uni Jena ist das Potenzial für den Einsatz an erneuerbarer Energien in Thüringen längst nicht ausgeschöpft. Sie kam zu dem Ergebnis, dass in Ostthüringen bereits die Hälfte des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abgedeckt werden könne. Den Auftrag zu der Studie erteilte die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen. PD Dr. Martin Gude vom Institut für Geographie der Uni Jena sagte: „Im Vergleich zu Gesamtdeutschland hat Thüringen beim Verbrauch pro Einwohner gerechnet bereits einen hohen Bestand an erneuerbaren Energien.“ Für die Studie analysierte seine Arbeitsgruppe Regionalklima und Nachhaltigkeit mit einem Computermodell den Stand der bisherigen Nutzung regenerativer Energiequellen sowie das Entwicklungspotenzial in den Kreisen und Städten in Ostthüringen.

Den größten Anteil an erneuerbaren Energien leistet laut der Jenaer Studie die Bioenergie. Nachwachsende Rohstoffe, wie Holz und landwirtschaftliche Produkte, werden für die Energieerzeugung vor allem in ländlichen Gebieten genutzt. In Städten und dicht besiedelten Gebieten spielt dagegen die Nutzung von Solarwärme und die Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen eine größere Rolle. Nach Ansicht des Jenaer Geowissenschaftlers sind Bioenergie und Erdwärme noch ausbaubar.

Das Ergebnis der Studie sei für die Kommunen sehr interessant, da für ganz Ostthüringen ortsgenaue Aussagen über das jeweilige Potenzial der einzelnen Energieformen gemacht werden kann, so Gude. Insgesamt könne fast drei Mal mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt verbraucht Ostthüringen schon jetzt mehr als doppelt soviel Energie aus erneuerbaren Quellen. „Würde das Potenzial ausgeschöpft werden, könnte bei 40-prozentiger Einsparung 85 Prozent des Verbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden“, sagte Gude.

Vor dem Hintergrund der Studie fordert der SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Schubert die Landesregierung auf, zum Ausbau erneuerbarer Energien für Thüringen verbindliche Ziele festzulegen. Ein Anteil von 40 Prozent bis 2020 sei realistisch. (sk)

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