Bei der Produktion von Flachbildschirmen wird eine Substanz freigesetzt, die 17.000 mal klimaschädlicher sein soll als Kohlendioxid (CO2). Das stark umweltschädigende Gas namens Stickstofftrifluorid (NF3) wird auch bei der Produktion von Computer-Chips und Solarzellen ijn großem Umfang freigesetzt. Das Gas sammelt sich nach seiner Freisetzung in der Atmosphäre der Erde und wird erst nach etwa 550 Jahren durch die Sonnenstrahlung in seine einzelnen Bestandteile zerlegt.
Dem Magazin “GEO” zufolge wurde NF3 bis vor einigen Jahren als Spezialgas für Raketentreibstoff eingesetzt und war für die Industrie damals praktisch bedeutungslos. Deshalb wurde sie auch im Kyoto-Protokoll nicht erwähnt und wird heute ohne Auflagen in der Industrie verwendet, die inzwischen die Substanz vermehrt nutzt.
Die Menge des freigesetzten Gases steigt unaufhörlich mit der zunehmenden Anzahl der produzierten Flachbildschirmen und Solarzellen: alle zwei Jahre verdoppelt sie sich. Die weltweit freigesetzte Gesamtmenge beläuft sich den Angaben zufolge auf 4000 Tonnen - das entspricht einem CO2-Ausstoß von etwa 67 Millionen Tonnen. Klimaschützer fordern schnellstmöglich eine Kontrolle der NF3-Emissionen, die ihrer Meinung nach längst überfällig ist. Das farblose und im Wasser fast unlösliche Gas NF3 wurde 1928 zum ersten Mal dargestellt. (mh)