
Die Regierung in Stockholm erklärte: „Das Gesetz zum Atomausstieg wird zurückgezogen.“ Nach Angaben der Mitte-Rechts-Koalition könnte es sein, die derzeit zehn betriebenen Reaktoren nach Ende ihrer Laufzeiten durch Neubauten nach und nach zu ersetzen. Der Beschluss wurde von den oppositionellen Sozialdemokraten scharf kritisiert und sie machten deutlich, den Streit um die Atomkraft 2010 zum Wahlkampfthema zu machen.
Noch 1980 war in einem nicht bindenden Referendum beschlossen worden, bis zum Jahr 2010 die zwölf Atomreaktoren vom Netz zu nehmen. Da aber schon 1997 festgestellt wurde, dass es bis dahin nicht genügend alternative Energiequellen gibt, gab die schwedische Regierung dieses Ziel auf, denn knapp die Hälfte seines Strombedarfs deckt Schweden über Atomenergie ab. Die andere Säule der schwedischen Stromversorgung bildet die Wasserkraft. Deshalb wurden nur zwei der ehemals zwölf Atomreaktoren 1999 abgeschaltet.
Die Regierung erklärte: „Nun steht das Klimaproblem im Rampenlicht, daher wird die Atomkraft in absehbarer Zukunft ein wichtiger Teil der schwedischen Stromversorgung bleiben.“ Staatliche Gelder für die Atomkraft werde es jedoch nicht geben. Man will auch verstärkt erneuerbare Energie durch Windkraft nutzen, um bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent zu senken. (sk/pixelio/m. hauck)