
Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete diese Woche, dass die Produktion von Öko-Strom nicht dazu beiträgt, das Klima zu verbessern. Denn die Ziele der Europäischen Union, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu senken, widersprächen sich.
Wie viel Kohlendioxid die Stromkonzerne und die europäische Industrie ausstoßen dürfen, wird in Gesetzen zum EU-weiten Emissionshandel festgelegt. Eine entsprechende Anzahl an CO2-Zertifikaten wird vergeben. Das Paradoxe ist nun, dass die Menge des erlaubten CO2-Ausstoßes unveränderlich ist, egal, wie viele Windräder und Solaranlagen gebaut werden. Je mehr Strom nun aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, desto weniger Strom müssen die Kohlekraftwerke produzieren. Die Menge an CO2-Zertifikaten bleibt aber gleich. Die Folge: Der Preis für die Zertifikate fällt. Das schafft keinen Anreiz, umweltfreundliche Technologien zu entwickeln.
Eine Möglichkeit für deutsche Kraftwerksbetreiber, ihre durch den Einsatz erneuerbarer Energien überzähligen CO2-Zertifikate zu nutzen, ist, diese zu verkaufen. So können Kraftwerksbetreiber, zum Beispiel in Osteuropa, mehr Kohlendioxid ausstoßen als eigentlich vorgesehen. Reduziert wird der weltweite Ausstoß in diesem Fall aber nicht. Laut Experten sei es nicht einfach, die CO2-Menge zu variieren, denn man könne Unternehmen die zugeteilten Zertifikate nicht einfach wieder wegnehmen und schon gar nicht während der laufenden Handelsperiode. Mittlerweile kommen rund 15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. (mah/pixelio/Stephanie Hofschlaeger)