Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. hat in Zusammenarbeit mit der Agentur für Erneuerbare Energie eine Prognose vorgelegt, nach der im Jahr 2020 fast die Hälfte des deutschen Strombedarfs, nämlich 47 Prozent, aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Die Veröffentlichung „Stromversorgung 2020“ prognostiziert, dass eine sichere Stromversorgung selbst während der höchsten Stromnachfrage zu jeder Uhrzeit und bei jedem Wetter gewährleistet sei. Branchenexperten erklärten, dass für diese Gewährleistung keine zusätzlichen Gasimporte notwendig seien. Im Gegenteil: Der Erdgasverbrauch für die Stromerzeugung würde sich sogar um zwölf Prozent verringern.
Die Prognose zeigt auf, dass die Erneuerbaren Energien schon heute dazu beitragen, den Klimaschutz voranzutreiben: Fast 87 Millionen Tonnen Kohlendioxid seien 2008 im Strombereich vermieden worden. Bis 2020 soll dieser Betrag auf über 200 Millionen Tonnen steigen – und das pro Jahr. Fossile Brennstoffe werden in geringerer Menge benötigt, was wiederum die Kosten für deren Import und die Kosten für Klima- und Umweltschäden senkt. Die Einsparungen lägen deutlich über den Ausgaben für Entwicklung und Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Prognose zeigt auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: So verdoppele sich die Anzahl der Arbeitsplätze in der Branche von 250.000 auf 500.000 bis zum Jahr 2020. Laut „Stromversorgung 2020“ sind die positiven Einflüsse des Ausbaus der Erneuerbaren Energien also im Klimaschutz, in der Kostenersparnis und auf dem Arbeitsmarkt wirksam.
Nun ist die Politik gefragt: notwendige Rahmenbedingungen zum weiteren Wachstum der Erneuerbaren Energien im Stromsektor müssen erhalten und weiterentwickelt werden. Die Rahmenbe- dingungen sollen unter anderem für die Bereiche Förderung von Kombikraftwerken, Stromaustausch mit den Alpenländern und mit Skandinavien und Vorrang für Erneuerbare Energien geschaffen werden. (mah/pixelio/Stephanie Hofschlaeger)