
Wie britische Medien berichten, haben Mediziner am “Addenbrooke’s Hospital” in Cambridge möglicherweise eine Möglichkeit gefunden, Erdnussallergie zu heilen. Sie untersuchten vier Jungen, die täglich einen Joghurt erhielten, in den winzige Mengen von Erdnussmehl gemischt waren. Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde die enthaltene Menge Erdnussmehl langsam erhöht. Vor dieser Therapie zeigten die Jungen deutliche allergische Reaktionen auf einen Bruchteil eines Erdnussproteins und mussten umgehend behandelt werden. Danach konnten sie 10-12 Erdnüsse essen ohne allergische Reaktionen zu zeigen. Um die Verträglichkeit der Erdnüsse beizubehalten, müssen die Kinder auch weiterhin täglich eine kleine Dosis des Erdnussproteins zu sich nehmen, wahlweise als Erdnussmehl, Erdnussbutter oder in Form von 5 gerösteten Erdnüssen.
Natürlich fand die hier beschriebene Untersuchungsreihe unter strenger ärztlicher Aufsicht statt, von einem eigenmächtigen Versuch, diese zuhause zu imitieren, wird dringend abgeraten. Das Ergebnis der Studie ist genaugenommen keine “Heilung” der Erdnussallergie, sondern vielmehr eine verbesserte Verträg- lichkeit. Noch ist unklar, wie lange dieser Effekt anhält. Unabhän- gig von den noch offenen Fragen, konnten die Mediziner mit dieser Studie zeigen, dass es möglich ist, schwere allergische Reaktionen auf Erdnussproteine durch eine orale Erdnuss-Immuntherapie zu reduzieren. In einer größer angelegten Studie sollen diese Ergebnisse nun repliziert werden.
Die Möglichkeit bis zu 10 Erdnüsse täglich zu konsumieren ohne allergische Reaktionen zu zeigen, bedeutet für die Betroffenen eine große Erleichterung ihres Alltags, denn sie müssen sich nicht mehr sorgen, dass sie beim Verzehren eines vermeintlich erdnussfreien Nahrungsmittels durch die doch enthaltenen Erdnussspuren einen anaphylaktischen Schock erleiden. (mh/pixelio/Mosgnauk)