
Die Malediven verkündeten kürzlich ihren Plan, in zehn Jahren CO2-neutral zu werden. Das Projekt sieht vor, Erneuerbare Energien auf den 250 Inseln der Nation zu fördern und kostet 1,1 Milliarden Dollar.
Mohamed Nasheed, Präsident der Malediven, sagte, dass das Ziel der CO2-Neutralität durch 155 1.5-MW Windturbinen, eine Solarfarm auf einer Fläche von einem halben Quadratkilometer und den Verzicht auf fossile Brennstoffe erreicht werden solle. Da die Wirtschaft der Malediven größtenteils auf Tourismus basiert, sollen die Ausstöße des Flugverkehrs mit EU CO2-Gutschriften ausgeglichen werden. Um Förderungen erhalten zu können, wird die Stromerzeugung privatisiert und offen für Investoren sein.
Inselnationen wie die Malediven sind oft Vorläufer drastischer Initiativen gegen den Klimawandel, da sie von den Konsequenzen, beispielsweise Anstieg des Meeresspiegel oder Tropenstürme, besonders betroffen wären. Mit 1,5 Metern über dem Meeresspiegel sind die Malediven eins der am niedrigsten gelegenen Länder weltweit. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels würden viele Inseln unbewohnbar oder sogar überschwemmt. Konsequenzen des steigenden Meeresspiegels sind bereits jetzt zu spüren: Die Hauptstadt der Malediven, Male, ist von einer drei Meter hohen Mauer umgeben, doch ob diese einem konstanten Anstieg des Wassers standhält, weiß man nicht. Auf der Insel Kandholhudhoo standen immer mehr Häuser häufiger unter Wasser, und mehr als die Hälfte der Bewohner verließ freiwillig die Insel. (mah)