Ist die Abwrackprämie auch wirklich eine Umweltprämie? Was Experten von der Abwrackprämie halten, erfahren Sie in diesem Artikel. Bild © Pixelio/Mad-Max
Die Herstellungsenergie wird bei der Prämie überhaupt nicht berücksichtigt, aber in der Gesamt-Ökobilanz eines Fahrzeugs entfällt auf sie ein großer Teil der Gesamtemissionen. Nach Ansicht einiger Experten wie dem Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, oder der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist es für die Umwelt vermutlich besser, die alten Autos trotz leicht höherem Spritverbrauch weiter zu fahren. Die Prämie verführe zu einer Wegwerf-Einstellung, die bei einer vorzeitigen Entsorgung unabhängig vom technischen Zustand des Fahrzeugs deutlich unökologischer sein kann als beabsichtigt. Darüber hinaus ist der Verbrauchsvorteil von Neuwagen gegenüber Altfahrzeugen häufig geringer als angenommen, denn auch wenn die neuen Motoren inzwischen deutlich sparsamer sind, steigt der Verbrauch durch das höhere Fahrzeuggewicht und die umfangreichere Ausstattung (z.B. Klimaanlage).
Dass die Umweltprämie niedrigere CO2-Emissionen zur Folge hat, ist Experten zufolge nur ein frommer Wunsch, denn die Abgasnorm “Euro 4″, die der Neuwagen vorweisen muss, berücksichtigt überhaupt keine CO2-Grenzwerte. Außerdem subventioniert die Prämie sparsame Autos und Spritschlucker gleichermaßen - für den “Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland” (BUND) ist dies ein falsches Signal an die Autoindustrie, denn es wird kein Anreiz für den schnellen Bau verbrauchsarmer Autos gegeben. Greenpeace fordert statt einer Abwrackprämie lieber den Austausch von Dieselfahrzeugen ohne Rußfilter gegen Autos mit Filter.
Der BUND empfiehlt allen, die die Prämie in Anspruch nehmen wollen, bei der Auswahl des Neuwagens auf die Schadstoffklasse und den Spritverbrauch zu achten - im Sinne des eigenen Geldbeutels und im Sinne der Umwelt. (mh)