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Anbauverbot für Genmais MON 810

Der Anbau von Genmais der Sorte MON 810 des US-Unternehmens Monsanto ist ab sofort in Deutschland verboten. Bild © Claudia Huldi
Der Anbau von Genmais der Sorte MON 810 des US-Unternehmens Monsanto ist ab sofort in Deutschland verboten. Bild © Claudia Huldi

Ab sofort ist der Anbau und der Verkauf der umstrittenen Genmais-Sorte MON 810 des US-Unternehmens Monsanto in Deutschland verboten. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CDU) erklärte gestern in Berlin, dass es berechtigten Grund zu der Annahme gebe, dass diese Maissorte die Umwelt gefährde. MON 810 war die einzige bisher in Deutschland zugelassene Genmais-Pflanze, deren Anbau in mehreren EU-Ländern ebenfalls untersagt ist.

Durch die Manipulation ihres Erbmaterials ist sie immun gegen die Larven des Schädlings Maiszünsler. Diese können Ernteverluste von bis zu 30% verursachen, wenn sie nicht bekämpft werden. Umweltschützer haben die Erlaubnis für den Anbau dieser Maissorte immer scharf kritisiert, sie fürchten um die Öko-Landwirtschaft und sehen in ihm eine Gefahr für verschiedene Insekten. Für viele Umweltschützer war diese Entscheidung längst überfällig.

Aigner bestätigte, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass das von der Maispflanze gebildete Gift, mit dem der Maiszünsler unschädlich gemacht wird, auch andere Tiere gefährdet. Vor allem bestimmte Schmetterlingsarten, Marienkäfer und Wasserorganismen seien durch den genveränderten Mais einem höheren Risiko ausgesetzt. Die Ministerin betonte jedoch auch, dass es sich bei diesem Anbauverbot um eine Einzelfallentscheidung handele und keineswegs eine Stimme gegen die grüne Gentechnik an sich.

Ob das Anbauverbot Bestand haben wird, hängt von der EU-Kommission ab, die sich einen Einspruch gegen das Verbot vorbehält. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, dass man die Argumente des Bundeslandwirtschaftsministeriums sorgfältig prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden werde. Die Kommission hatte bereits Widerspruch gegen diverse andere Anbauverbote (in Frankreich, Griechenland, Österreich und Ungarn) eingelegt. (mh)

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