Was steckt alles in Holzschutzmitteln? Ein neuer Verbraucherleitfaden des Verbraucherministeriums soll Aufschluss geben. (Foto: © Pixelio/Garl)
Holz im Garten, z.B. in Form von Gartenmöbeln oder Zäunen, muss sich gegen vielerlei Umwelteinflüsse zur Wehr setzen: Sonne, Kälte, Sturm und Dauerregen setzen ihm ebenso zu wie Insekten und Pilze. Um es trotzdem in Form zu halten und vor Fäule und Verfall zu schützen, muss es entsprechend behandelt werden. Hierzu werden verschiede Lasuren, Anstriche und Lacke empfohlen. Doch die Zeitschrift “Öko-Test” kritisiert, dass bei der Produktion dieser Holzlasuren der Verbraucherschutz kaum eine Rolle zu spielen scheint. Nicht nur, dass die Kunden unzureichend informiert werden, sie würden auch zahlreichen Schadstoffen ausgesetzt werden. Als “weitgehend empfehlenswert” beurteilt “Öko-Test” die wasserbasierten Holzlasuren, die emissionsarm und weniger gesundheitsschädlich und in Baumärkten erhältlich sind. Allerdings dringen lösungsmittelbasierte Lasuren besser in das Holz ein und schützen so auch besser vor Feuchtigkeit.
Auch Holzschutzmittel werden zur Behandlung des Holzes angeboten, doch von ihnen rät Hans Ulrich-Raithel vim Umweltinstitut in München ab. Die Mittel enthalten Biozidprodukte, also Wirkstoffe, mit denen pflanzliche und tierische Organismen auf chemische oder biologische Art vernichtet werden und die gegen Bläue, Insekten und Pilze eingesetzt werden. Das Holz wird durch sie sozusagen chemisch vergiftet, allerdings wirken Biozide nicht nur auf die Zielorganismen, deshalb wird von Holzschutzmitteln, deren Wirkung ohnehin befristet ist, abgeraten.
Das Verbraucherministerium in Berlin weist in seinem Verbraucherleitfaden “Holzschutzmittel” darauf hin, dass allgemeine Produktbezeichnungen (z.B. Grundierung, Lasur, Lack, Öl, Wachs) keine zuverlässige Aussage darüber machen, ob es sich bei dem Produkt um ein Holzschutzmittel oder ein schadstoffarmes Anstrichmittel handelt. Auch weitere Angaben des Herstellers auf der Verpackung oder beiliegenden Produktbeschreibungen helfen nicht immer weiter, heißt es in der “Kölnischen Rundschau”. Es wird deshalb empfohlen, Mittel zu wählen, die mit dem Umweltzeichen “Blauer Engel” gekennzeichnet sind. Diese tragen nur Anstrichmittel ohne biozide Wirkstoffe. (mh)