Bei Schädlingsbekämpfung muss nicht immer gleich die Chemiekeule ran. (Foto: © Pixelio/Muelli75)
Ein weiterer Vorteil: Beim Einsatz von Hummeln als Bestäuber muss auf chemische Gifte vollständig verzichtet werden, um die Tiere nicht selbst zu vergiften. Also wurden viele Gemüse- produktionen völlig giftfrei. Die Firma Biobest verschickt die Hummeln heute in alle Welt. Ein weiterer Geschäftszweig von Biobest ist der Versand von nützlichen Insekten, Spinnentieren und Würmern.
Doch völlig gefahrlos ist der Einsatz von biologischen Schädlingsbekämpfern nicht, im Gegenteil: Die Möglichkeit, dass die Natur andere Entwicklungen nimmt als gewünscht, ist durchaus gegeben. Ein Beispiel hierfür ist die aus Moldawien stammende Schlupfwespenart Trichogramma brassicae, die eigentlich den Maiszünler bekämpfen sollte. Das tut sie auch, doch wenn der Maiszünler vernichtet ist, verdrängt die Wespenart heimische Schlupfwespen und greift harmlose Schmetterlinge an. Ein anderes berühmtes Beispiel ist die Aga-Kröte in Australien, die, statt den tagaktiven Zuckerrohrkäfer zu fressen, nachts auf Kleintierjagd ging.
Heute, in Zeiten des Bio-Booms, ist die biologische Schädlingsbekämpfung nicht mehr wegzudenken. (mah)