Das Aktionsbündnis Atomausstieg selber machen möchte Vattenfall-Kunden zum Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter bewegen.
Nachdem es beim Atomkraftwerk Krümmel, das durch den Energiekonzern Vattenfall betrieben wird, erneut zu Problemen gekommen ist, fordert das Aktionsbündnis Atomausstieg selber machen alle Kunden des Konzerns in Hamburg und Berlin auf, ihre Verträge mit Vattenfall zu kündigen und zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln. “Jeder Stromwechsler zählt”, sagt Florian Noto, Sprecher der Kampagne. “Abgeschriebene Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen – aber nur solange sie laufen. Wenn von Krümmel und Brunsbüttel nurmehr eine rasant schrumpfende Kundschaft bleibt, müssen die Vattenfall-Manager reagieren.”
Das Atomkraftwerk Krümmel ist nach zweijähriger Wartung und knapp zweiwöchigem Betrieb am Samstag per Notabschaltung erneut vom Netz gegangen. Dies hat in Hamburg zu einem Verkehrschaos, Überschwemmungen und Wasserausfällen geführt. Vattenfall hatte in Krümmel weder die vorgeschriebene „Black Box“ installiert, noch umgehende die Aufsichtsbehörden und die Öffentlichkeit über den Störfall informiert. Nach einem ähnlichen Vorfall 2007 hatten bereits 250.000 Kunden bei Vattenfall gekündigt.
Echter Ökostrom koste in Berlin und Hamburg nur einen Cent pro Kilowattstunde mehr als das Basis-Angebot von Vattenfall. Bei normalem Verbrauch könnten Stromkunden für nur einen Euro mehr im Monat Vattenfall den Stecker ziehen und den Ausbau erneuerbarer Energien wirkungsvoll fördern, sagte Noto. (ok)