Die Schweizer Firma Napac stellt Bio-Töpfe aus einem neuartigen Verbundstoff aus Naturfasern nachwachsender Rohstoffe her.
Die Zierpflanzenspezialisten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) haben in einer Testreihe die drei europäischen Hersteller von Bio-Blumentöpfen unter die Lupe genommen und die Ergebnisse nun im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt. Gewonnen hat der Bio-Topf der Schweizer Firma Napac. Gartenbauingenieurin Eva-Maria Geiger erklärt, dass die Idee von abbaubaren Blumentöpfen nicht neu ist, sondern schon Mitte der 90er aufkam. Damals wurden Töpfe aus Altpapier genutzt, doch leider wuchsen die darin enthaltenen Pflanzen gar nicht so schnell, wie die Töpfe verrotteten. Das Material Altpapier eignete sich also nicht, abgesehen davon, dass die Töpfe bald hässlich aussahen und man beim Anfassen schmutzige Finger bekam. Auch Töpfe aus Kokosfasern wurden ausprobiert, doch sie vertrugen sich nicht mit den modernen Arbeitsgeräten in den Gärtnereien.
Aus diesen Erfahrungen lernte man, dass ein Bio-Topf unterschiedlichen Ansprüchen genügen muss: gutes Wachstum der Pflanzen, dauerhafte Durchwurzelung der Außenwand, dauerhaft ansprechende Ästhetik, rasche Verrottung (aber erst) auf dem Komposthaufen oder im Erdreich und langfristige Stabilität trotz darin enthaltener feuchter Erde. Der Sieger der Testreihe, der Bio-Topf von Napac erfüllte als einziger all diese Kriterien und überzeugte außerdem mit der Ökobilanz seiner Produktion.
Napac wollte nicht nur als Material einen neuartigen Verbundstoff aus den Naturfasern nachwachsender Rohstoffe und natürlichen Bindemitteln verwenden, sondern hierfür auch möglichst kurze Transportwege nutzen. Außerdem sollte für das Material kein Lebensmittel verwendet werden. Der getestete Bio-Pot wird aus Spelzen von Reiskörnern hergestellt, einem Abfallprodukt, das aus der italienischen Po-Ebene kommt. Zukünftig sollen die Töpfe auch dort produziert werden, wo sie vertrieben werden, um die Ökobilanz weiter zu verbessern. Napac-Präsident Beda Murer berichtete, dass es bereits Verhandlungen mit Discountern, Gartencentern und Pflanzenzüchtern gibt und dass der Prozess weg vom Plastiktopf unumkehrbar ist. (mh)