Nicht alle als Ökofonds bezeichneten Anlageformen enthalten auch tatsächlich nur Aktien "grüner" Unternehmen. Um sicher zu gehen, dass das eigene Geld auch tatsächlich in die Umwelt investiert wird, sollten die Fondsprospekte genau gelesen werden. (Foto: © Pixelio)
Umweltbewusstsein hat längst nicht mehr nur mit erneuerbarer Energie zu tun, sondern wird auch im Bereich der Finanzwelt immer wichtiger. Viele Anleger wollen nachhaltig investieren und suchen deshalb Ökofonds, um auch hier etwas für die Umwelt zu tun. Doch nicht alle Ökofonds sind tatsächlich grün, berichtet der Stern. Anlage-Expertin Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW erklärt, dass der Öko-Begriff “am wenigsten schädlich” klingt und ihn deshalb viele Fonds im Namen tragen, auch wenn sie Aktien von Erdölfirmen, Fluggesellschaften oder Autokonzernen enthalten. Oelmann kritisiert, dass es in diesem Bereich keine klaren Begrifflichkeiten gibt und der Verbraucher mit den jetzigen Bezeichnungen nur verunsichert wird.
Bislang gibt es keine Vorschriften darüber, was ein Ökofonds enthalten darf und was nicht. Es gilt lediglich der Grundsatz, dass Ökofonds in Unternehmen investieren, deren Umgang mit Ressourcen als nachhaltig bezeichnet werden kann. Dazu zählt z.B. dass bei der Planung, Produktion, Nutzung und Entsorgung ihrer Produkte die Umwelt möglichst wenig belastet wird. Die Palette der berücksichtigten ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte ist jedoch groß, erklärt Alexander Barkawi, der sich als Geschäftsführer von Sam Indexes auf nachhaltiges Investment spezialisiert hat, gegenüber dem Stern. In der Regel setzt sich das so genannte Best-In-Class-Prinzip als Auswahlkriterium durch, d.h. Aktien des Unternehmens, das in seiner Branche die ethischen und ökologischen Standards am besten umsetzt, werden in den Fonds aufgenommen. Das gilt z.B. für den Autohersteller Toyota, aber auch für den Erdölkonzern Total.
Anleger, die sicher gehen wollen, dass sie ausschließlich in echte grüne Fonds investieren, sollen dem Stern zufolge auf Umwelttechnologiefonds setzen. Diese Fonds investieren nur in Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind. Verbraucherschützerin Oelmann rät zudem, vor der Investition genau zu prüfen, ob die persönliche Vorstellung von nachhaltigem Investment in dem jeweiligen Fonds auch realisiert wird. (mh)