Das TRM in Leipzig forscht an einem Bio-Kunststoff, der anstelle von Metallimplantaten Knochen ersetzen soll und mit deutlich geringeren Risiken und Nachteilen verbunden sein soll. (Foto: © Pixelio/Dieter Schütz)
Metallimplantate, die Knochen ersetzen sollen, werden nicht immer gut vertragen und teilweise wieder abgestoßen. Eine interessante Alternative zeigen die Forschungen der Wissenschaftler m Transplantationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) in Lepizig auf. Sie beschäftigen sich mit Kunstknochen aus einem bakteriell produzierten Bio-Kunststoff, der Unverträglichkeiten verringern und Abstoßungsreaktionen vermeiden soll.
Materialwissenschaftler Sven Henning erklärt das Ziel der Forscher: ein Knochenersatz zu finden, mit dem Knochen ersetzt werden können, die durch einen Tumor, eine degenerative Krankheit oder ein Trauma fehlen. Der derzeit beforschte Bio-Kunststoff besteht aus einem bioaktiven Kalziummineral und dem Bio-Kunststoff Polyhydroxybuttersäure. Das Kalziummineral hat den Vorteil, dass es von Zellen gut besiedelt werden kann, aber es ist leider nicht sehr bruchfest. Durch die Kombination mit der Polyhydroxybuttersäure, die mit einem speziellen Verfahren modifiziert und dadurch stabilisiert wird, ist der Kunststoff deutlich belastbarer. Das Material ist mit einem geringeren Risiko für Abstoßungsreaktionen und Unverträglichkeiten behaftet und stimuliert zugleich die Neubildung von Knochenzellen.
Nun planen die Forscher als nächstes eine präklinische Studienphase, in der das Material zum Einsatz kommen soll. Wenn diese Phase erfolgreich verläuft, könnten laut Henning schon in 5-8 Jahren die ersten Patienten entsprechende Bio-Knochen als Implantate in Unterarmen oder Oberschenkeln eingesetzt bekommen. (mh)