Zahlreiche Wirtschaftswissenschaftler haben sich gegen den Neubau von Kohlekraftwerken und für den Ausbau erneuerbarer Energien ausgesprochen.
Etwa 50 Wirtschaftswissenschaftler haben sich in einer Aktion, die vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) koordiniert wird, gegen den Neubau von Kohlekraftwerken ausgesprochen. Holger Rogall von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) erklärte im Focus, dass die Klimaschutzziele weit verfehlt werden, wenn alle derzeit geplanten Kohlekraftwerke tatsächlich neu gebaut werden. Aktuell gibt es Pläne für 29 neue Kohlekraftwerke in Deutschland. Diese könnten sich jedoch schnell als Investitionsruinen erweisen, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Da die zukünftigen Brennstoff- und CO2-Preise nur geschätzt werden können, würden Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit sehr vage sein.
Prof. Martin Jänicke von der Freien Universität Berlin und andere Vertreter verschiedener Forschungseinrichtungen warnten davor, Kohle- und Atomkraftwerke zulasten des Ausbaus erneuerbarer Energien neu zu bauen. Ein Ausbau der Kohlekraftwerke ist mit dem Ausbau erneuerbarer Energien nicht zu vereinbaren, erklärte Martin Cames vom Öko-Institut Berlin laut Focus.
Kritische Stimmen gab es zudem zu den Plänen, mit Hilfe eines unterirdischen Einschlusses von CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken den Klimawandel aufzuhalten. Es sei überhaupt nicht geklärt, ob diese Maßnahme technisch zu realisieren ist und wenn ja, ob sie ökologisch vertretbar und dann noch wirtschaftlich realisierbar ist. Auf jeden Fall sei eine solche Maßnahme frühestens 2020 oder 2030 einsatzbereit und für die 29 geplanten Kohlekraftwerke damit zu spät. (mh)