Bioverbände nutzen Kupfer u.a. im Weinbau als ökologisches Pflanzen- schutzmittel, was nicht unumstritten ist. (Foto: © Pixelio/Annamartha)
Das an das Bundeslandwirtschaftsministerium angeschlossene Julius-Kühn-Institut führt schon seit mehreren Jahren eine Erhebung zur Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft durch. Seit dem Jahr 2000 nehmen zahlreiche Betriebe der konventionellen Landwirtschaft an der Erhebung teil, doch die Bioverbände weigern sich bislang. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet, fühlen sich die Bioverbände bei dieser Erhebung gegenüber der konven- tionellen Landwirtschaft benachteiligt. So erklärt Bioland-Präsident Thomas Dosch, dass hier die Anzahl der Behandlungen das entscheidende Kriterium für die Intensität der Stoffe sei, aber die Behandlungshäufigkeit tatsächlich keine Aus- sage über das wahre Behandlungsrisiko machen könne. Bio- verbände müssten häufiger Pflanzenschutzmittel einsetzen, weil die verwendeten Bio-Mittel weniger effektiv seien als die chemischen Mittel, so Dosch.
Die Bioverbände setzen nur von der EU zugelassene Wirkstoffe als Pflanzenschutzmittel ein, darunter verschiedene Pflanzenextrakte oder Mineralstoffe, das bestätigt auch das Julius-Kühn-Institut. Ein wirksames Mittel gegen Pilzbefall im Wein- und Obstanbau, bei Kartoffeln oder Hopfen, ist Kupfer. Doch das ist laut Umweltbundesamt gar nicht so ungefährlich. Grund: Kupfer kann sich im Boden offenbar nicht selbst abbauen und langfristig Bodenorganismen schädigen. Deshalb fordert das Umwelt- bundesamt ein Verbot von Kupfer als Pflanzenschutzmittel. Thomas Dosch hält ein solches Verbot für problematisch, weil es vor allem im Ökoweinbau kaum Alternativen gibt. (mh)