Amerikanische Wissenschaftler haben in Simulationen die verheerenden Wirkungen eines massiven Ausbaus von Bio-Kraftstoffen aufgezeigt. (Foto: © Pixelio / Andreas Morlok)
Amerikanische Wissenschaftler plädieren im renommierten Magazin Science für eine Änderung der Klimapolitik auf dem Klimagipfel in Kopenhagen. Sie gehen davon aus, dass das Weltklima durch einen Ausbau der Bio-Kraftstoffproduktion erheblich geschädigt wird, berichten Medien. Den Forschern zufolge wird der Druck zur Nutzung von Biopflanzen durch die zunehmende Knappheit fossiler Rohstoffe in den nächsten Jahrzehnten zunehmend steigen. Der Nachteil dabei sei, dass die Klimabilanz dieser Kraftstoffe insgesamt deutlich schlechter ausfällt als die herkömmlicher Kraftstoffe, wenn man nicht nur die Verbrennung, sondern auch deren Produktion berücksichtigt.
Im Marine Biological Laboratory (USA) wurden zwei Szenarien zur Deckung der steigenden Nachfrage von Bio-Kraftstoffen simuliert, mit denen die jeweiligen Klimabilanzen analysiert wurden. Bei dem ersten Szenario werden naturbelassene Gebiete in Anbauflächen umgewandelt, bei dem zweiten werden bestehende Flächen stärker gedüngt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Folgen für das Klima in beiden Szenarien verheerend wären. So müssten im ersten Fall große Waldflächen gerodet werden, wodurch CO2-speichernde Pflanzen zerstört würden. Im zweiten Fall würde durch die Intensivierung der Düngung große Mengen des massiv klimaschädlichen N2O (Distickstoffmonoxid) freigesetzt werden. (mh)