Noch wehrt sich die Bestattungsbranche gegen die Einführung einer biologisch abbaubaren Öko-Urne. (Foto: © Pixelio / Paul-Georg Meister)
Viele Menschen entscheiden sich für eine Einäscherung nach ihrem Tod, doch nur wenige wissen, dass ihre Asche nach Ablauf der Ruhezeit auf dem Friedhof in Massengräbern entsorgt wird, weil die Überreste noch längst nicht zu Erde geworden ist.
Den 61-jährigen Ingenieur Matthias Malok störte dieser Gedanke schon lange, wie die Chemnitzer Morgenpost berichtet. Weil die Kunststoffurnen, die zu DDR-Zeiten üblich waren, sich überhaupt nicht zersetzen und die heute üblichen Weißblech-Urnen zur Zersetzung viel länger brauchen, als die gesetzliche Ruhezeit andauert, hat er eine Öko-Urne erfunden. Die biologisch abbaubare Urne, die er schon Mitte der 90er Jahre entwickelt hat, besteht aus Weizenstärke und Holzfasern. Doch seine Idee von der Öko-Urne kommt in der Bestattungsindustrie nicht an - obwohl sein Modell umweltfreundlicher und preiswerter ist. Die wenigen Abnehmer in Süddeutschland reichen nicht aus, um seine Idee zu refinanzieren, deshalb hat Malok sich schweren Herzens dazu entschlossen, die Produktion einzustellen.
Noch nicht aufgegeben hat dagegen die Künstlerin Rita Capitain aus der Nähe von Bad Segeberg, die individuelle Bio-Urnen aus verschiedenen Materialien herstellt. Ihr Anliegen ist es, mit den Urnen der Individualität des Verstorbenen gerecht zu werden und gleichzeitig das Vergängliche auch in der Urne selbst umzusetzen. Ihre eiförmigen Urnen werden aus biologisch abbaubaren Mate- rialien (Baumwolle, Papier, Stärke) gefertigt. Auch Rita Capitain kämpft gegen die Widerstände aus der Bestattungsbranche, aber sie will sich durchsetzen und bei ihrer Idee bleiben. (mh)