Viele als Naturkosmetik deklarierte Produkte bestehen hauptsächlich aus chemischen Substanzen. (Foto: Pixelio / Barbara Eckholdt)
Eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der Verbraucher- zentrale Hamburg ergab, dass viele Produkte, die als Bio-Kosmetik deklariert werden, oft aus reiner Chemie bestehen. Die Verbrau- cherschützer hatten 18 Produkte mit Bio-Anspruch getestet und herausgefunden: Statt aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen viele angebliche Naturkosmetik-Produkte entweder komplett oder zumindest zum größten Teil aus künstlichen chemischen Subs- tanzen. Für die Verbraucherschützer stellt dies eine Irreführung der Verbraucher dar, denn häufig sind auf der Verpackung Aloe- Vera-Blätter oder Bio-Granatäpfel abgebildet, im Produkt selbst aber überhaupt nicht enthalten. Auch die Begriffe “Naturemulsion” oder “Naturfarben” täuschen.
Expertin Silke Schwartau erklärt, dass viele Hersteller den Trend zur Naturkosmetik für sich nutzen wollen und deshalb auf diese Weise werben. Tatsächlich sind in den Produkten aber nur mini- male Mengen an natürlichen Stoffen und Massen an chemischen Substanzen erhalten. Unter den Produkten, die mit dem Bio-Anspruch werben, aber keine Naturkosmetik sind, finden sich Produkte vieler namhafter Hersteller wie z.B. Biomaris, Biotherm, Procter & Gamble, Schwarzkopf & Henkel, The Body Shop, Unilever und Yves Rocher. Leider gibt es noch keine gesetzlichen Vorgaben über die Bio-Kennzeichnung von Kosmetik. Wer sicher sein will, kann auf die Labels des Verbands BDIH oder die Zeichen ECOCERT, den COSMOS-Standard und das NaTrue-Label vertrauen. (mh)