Forscher versuchen Biokohle aus Pflanzenabfällen herzustellen und so die CO2-Emissionen zu reduzieren. (Foto: © Pixelio / Thomas Max Müller)
Wissenschaftler aus der ganzen Welt forschen derzeit an einer Methode, wie Pflanzenabfälle in Kohle verwandelt werden kann, um so dauerhaft CO2 zu binden. Markus Antonietti, Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm bei Potsdam entdeckte schon vor etwa 5 Jahren ein vielver- sprechendes Verfahren wieder, berichtet heise online. Mit dem Verfahren namens hydrothermale Karbonisierung können nasse Pflanzenabfälle bei hoher Temperatur und unter hohem Druck zu einer Art Holzkohle verkocht werden. Inzwischen ist es dank modernster Technik möglich, Kohle, Wasser und Dünger aus dem Inneren einer Biotonne zu gewinnen. Nun wollen die Forscher dies für den industriellen Maßstab weiterentwickeln, schon im nächsten Jahr soll ein entsprechender Testreaktor in Betrieb genommen werden.
Durch die Verkohlen verringert sich die CO2-Emission gegenüber dem Verrotten oder Verbrennen der Abfälle deutlich: Je nach Verfahren werden mindestens 50% Kohlenstoffs in der Kohle gebunden. Experten erwägen, den Stoff in den Erdboden einzuarbeiten, damit dort der Kohlenstoff langfristig gebunden wird. Gleichzeitig könnten so sowohl Wasser als auch Nährstoffe im Boden gehalten werden. Bodenökologe Johannes Lehmann von der Cornell University im US-Bundesstaat New York glaubt, dass durch die Verwandlung eines Drittels der globalen Ernterückstände in Biokohle die Treibhausgas-Emissionen um 10-20% gesenkt werden können, schreibt heise online. (mh)