Ökostrom trifft in der Bevölkerung auf breite Unterstützung, aber nur die wenigsten beziehen tatsächlich Ökostrom.
Laut einer neuen forsa-Umfrage zum Thema Erneuerbare Energien, die von der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben wurde, wollen rund 78% Ökostrom beziehen. Rein theoretisch unterstützt die überwiegende Mehrheit der Deutschen die stärkere Nutzung und den Ausbau der erneuerbaren Energien. 80% der Befragten bezeichneten dies als sehr wichtig oder außerordentlich wichtig. Die Vorstellung, den Strombedarf in ganz Deutschland mittel- und langfristig aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, halten 52% für absolut und fast 25% für eher wünschenswert. Für technisch möglich halten dies 47% der Befragten.
80% der Befragten befürworteten eine starke Investition in den Ausbau der erneuerbaren Energien zum jetzigen Zeitpunkt, während sich 17% dafür aussprachen, noch die weitere technische Entwicklung der verschiedenen erneuerbaren Energiearten abzuwarten und solange noch in herkömmliche Energieträger (Atomkraft, Gas und Kohle) zu investieren. Die Förderung des Ökostroms soll nach Ansicht der meisten Befragten (ca. 75%) auf dem aktuellen Niveau beibehalten werden, nur 20% sind der Meinung, dass die Förderungen gekürzt werden sollten. Angesichts dieser breiten Unterstützung von Ökostrom ist es verwunderlich, dass nur 5% der Befragten auch tatsächlich selbst Ökostrom beziehen. Die Meinungsforscher erklären sich diese große Kluft zwischen Theorie und Praxis mit den eher höheren Preisen und der Verwirrung über die verschiedenen Zertifizierungen. (mh)