Laut einer Studie ist den Verbrauchern die Herkunft von Lebensmitteln wichtiger als ein Bio-Siegel. (Foto: © Pixelio / Edith Ochs)
Laut der aktuellen Umfrage “Bio, Öko, fairer Handel - was zählt und wer zahlt?” des Marktforschungsinstituts YouGovPsychonomics spielen Bio-Siegel beim Einkauf von Lebensmitteln für viele Verbraucher inzwischen eine Rolle. Fast jeder zehnte Befragte kauft bei jedem Einkauf Bio-Lebensmittel, jeder dritte einmal pro Woche. Doch noch wichtiger als ein solches Bio-Siegel ist den Verbrauchern offenbar die Herkunft der Produkte. Lebensmittel verlieren der Umfrage zufolge deutlich an Attraktivität, wenn diese außerhalb von Deutschland produziert wurden. Diese Skepsis gegenüber im Ausland produzierten Lebensmittel kann auch durch ein Bio-Siegel nicht aufgehoben werden. Das mag unter anderem daran liegen, dass 85% der Befragten angeben, den Überblick über die zahlreichen verschiedenen Bio-Siegel verloren zu haben und 58% Bio-Siegel nicht mehr für absolut glaubwürdig halten. 48% glauben sogar, dass es sich bei Bio-Siegeln nur um eine Werbemasche handelt. Glaubwürdiger als ein Bio-Zertifikat ist ein Siegel, das fairen Handel garantiert, dies halten 81% der Befragten für glaubwürdig.
Studienleiterin Bettina Willmann glaubt, dass Lebensmittel aus der Region für viele Verbraucher eine günstige Alternative darstellen und ihnen zudem das Gefühl vermitteln, dass sie eine höhere Kontrolle über die Produktionsbedingungen erlangen. Wenn sich die Verbraucher beim Kauf regionaler Produkte den Bauernhof in der Nachbarschaft vorstellen, lange Transportwege verhindern und die lokale Wirtschaft stärken, dann sind die regionalen Produkte greifbarer. Allerdings glauben 43% der Befragten, dass Bio- Produkte insgesamt einen höheren Anteil an regionalen Produkten aufweisen als herkömmliche Lebensmittel. Für die Studie wurden im November 2009 über 1800 Personen über 18 Jahre befragt. (mh)