OVID-Vorsitzender Thywissen hält das Erreichen des Klimaziels nur mit Bioenergie für möglich. (Foto: © Pixelio / fruitMedia)
Wilhelm F. Thywissen, Vorstandvorsitzender des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), erklärte zum Auftakt der nature.tec, dass das Klimaziel der EU, bis zum Jahr 2020 insgesamt 20% des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken, nur mit Bioenergie vorstellbar ist. Pflanzenöle sind ein wesentlicher Bestandteil der Bioenergie (z.B. als Biokraftstoffe) und haben gegenüber anderer Biomasse einen entscheidenden Vorteil: Sie sind flexibel einsetzbar. Thywissen weist darauf hin, dass die ölsaatenverarbeitende Industrie sowohl den Bioenergie-Bereich, aber auch den Nahrungs- und Futtermittelbereich und die Oleochemie bedient. Wenn es zu einer übschüssigen Agrarproduktion kommt, könnten aus den Mengen, die nicht für die Ernährung aufgenommen werden, Biokraftstoffe produziert werden.
Laut Thywissen ist es jedoch unerlässlich, verbindliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen. Diese könnten z.B. durch Quotenregelungen erfolgen. Nur so wäre ein unternehmerisches Handeln und ein Vertrauensschutz möglich. Natürlich habe die Nahrungsmittelproduktion immer und eindeutig Vorrang in Zeiten des Engpasses. Rund 3% der weltweit produzierten Ölsaaten werden aktuell für die Erzeugung von Biokraftstoffen eingesetzt. In Deutschland werden ca. 60% des Rapsöls, aber nur rund 23% der Rapssaat in die Erzeugung von Bioenergie gesteckt. (mh)