Der AKW-Gefährdungsatlas der Deutschen Umweltstiftung zeigt, dass ein Großteil der Bundesbürger gefährlich lebt. (Foto: © Pixelio / Bleyenberg)
Die Deutsche Umweltstiftung hat in dieser Woche ihren neuen AKW-Gefährdungsatlas vorgestellt und kommt zu einem beklemmenden Ergebnis. Eine Arbeitsgruppe hat in mehrwöchiger mühevoller Kleinarbeit ermittelt, wie viele Menschen unmittelbar von einem Zwischenfall in einem der deutschen Kernkraftwerke betroffen wären. Dabei wurde die Wohnbevölkerung in einem Umkreis von 150 Kilometern berücksichtigt. Im Umkreis des AKWs Grundremmingen sind demnach 5,4 Millionen gefährdet, im Fall des Kernkraftwerks Neckarwestheim wären es sogar 11,8 Millionen Menschen, die im Ernstfall verstrahlt würden.
Besonders gefährdet sind die Menschen um Bremen, die gleich von 6 Atomkraftwerken eingekesselt sind. Laut Projektleiter und Vorstandsmitglied Hans Günter Schumacher führt der AKW- Gefährdungsatlas “in erschreckender Deutlichkeit vor Augen, dass sich die politisch Verantwortlichen in Regierungen und Parla- menten, insbesondere aber die großen Energiekonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall nach unserer Auffassung nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend, gegenüber den Millionen möglicherweise betroffener Menschen verhalten, wenn in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland, aber auch in Europa, weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden.”
Die Deutsche Umweltstiftung fordert daher unter anderem einen endgültigen Schlussstrich unter die weitere Nutzung der Atomenergie zu ziehen, sich gegen Laufzeitverlängerungen auszusprechen und die sieben ältesten Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Zudem sollen Hermesbürgschaften für den Atommüllexport versagt werden und Subventionen für Betreiber von Atromkraftwerke gestrichen werden. Das Atomforum soll aufgelöst werden. Der aktuelle AKW-Gefährdungsatlas kann auf der Website der Umweltstiftung bestellt werden.