Die Apothekerkammer Niedersachsen warnt vor dem Kauf von Arzneien im Internet. Die Hälfte sei mittlerweile gefälscht. (Foto: © Pixelio / Sturm)
Die Apothekerkammer Niedersachen hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz auf die Gefahren von Medikamenten aus dem Internet hingewiesen. Mittlerweile gibt es neben Viagra, Schlank- heitspillen und Haarwuchsmitteln auch Antibiotika, Cholesterin- senker, Krebs-, HIV-, Schmerz- und Grippemedikamente wie Tamiflu zu Schnäppchenpreisen im Netz zu bestellen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um billige Kopien, die oft wirkungs- lose Substanzen enthalten, im Ernstfall aber auch tödlich wirken können. Laut der Apothekerkammer handelt es sich mittlerweile bei 50 Prozent der über das Internet vertriebenen Medikamente um Fälschungen. Für den Vebraucher seien die Fälschungen nicht erkennbar, warnen die Apotheker.
Niedrige Preise und dubiose Websites sollten bei den Kunden also die Alarmglocken klingeln lassen. Für die Produzenten der Fake- Pillen, die oft aus Hinterhoflaboren in Osteuropa, China oder Südamerika agieren, lohnt sich der Handel mit falschen Medikamenten fast mehr als der Handel mit harten Drogen. In Zukunft sollen Mediakemtenverpackungen sicherer werden, damit Vebraucher direkt erkennen können, ob es sich um ein echtes oder um ein gefälschtes Produkt handelt. In Schweden läuft aktuell ein Pilotprojekt mit Pharmaherstellern, Apotheken und IT-Ausrüstern, das an der Weiterentwicklung eines ekeltronischen Barcodes arbeitet. Jede Medikamentenpackung soll mit einem einzigartigen und nach Belieben ausgewählten Strichcodeaufdruck versehen werden, um die Lieferkette – also den gesamten Weg des Arzneimittels von der Fertigung über Verpackung, Spediteur, Zwischenhändler bis hin in die Apotheke – rückverfolgen zu können. Die pharmazeutischen Hersteller wollen auf diese Weise einen bestmöglichen Schutz der Medikamente gewährleisten. Zudem sollen die Verpackungen mit weiteren, fälschungssicheren Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden. (mh)