Bundesagrarministerin Aigner plädiert für ein europaweites Tierschutz-Logo aus. (Foto: © Pixelio / Karl-Heinz Liebisch)
Obwohl einige EU-Mitgliedsstaaten der Idee skeptisch gegenüber- stehen, will sich Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) für ein EU-weites Tierschutz-Logo einsetzen. Aigner erklärte nach einem Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen in Brüssel, dass sie sich eine freiwillige Kennzeichnung - ähnlich dem EU-Öko-Siegel - vorstelle, allerdings sei der Vorschlag von der EU-Kommission nicht einheitlich aufgenommen worden. Mit dem Tierschutz-Logo sollen Verbraucher auf einen Blick tierschutzgerecht erzeugte Produkte erkennen können. So sollen bewusste Kaufentscheidungen der Verbraucher gefördert werden und die Erzeuger könnten mit ihren hohen Standards werben und damit auch ihre Marktchancen verbessern.
Aus einem Bericht der EU-Kommission aus dem letzten Jahr geht hervor, dass die Mehrheit der Mindest-Tierschutzstandards veraltet sind. Bauern, die bei ihrer Produktherstellung weit über diese Standards hinausgehen, könnten dies bislang nicht deutlich machen und aus der hohen Qualität keinen Profit machen. Eine Kennzeichnung habe deshalb nur positive Effekte für Verbraucher und Erzeuger. Als Beispiel wird die Kennzeichnung der Hühnerhaltung auf den Verpackungen von Eiern genannt. Seit dies üblich ist, werden in Europa auch mehr Eier von freilaufenden Hühnern produziert. Umfragen zufolge sind die Verbraucher, obwohl die grundsätzlich auf den Preis achten, dazu bereit, mehr Geld für höhere Standards - auch im Tierschutz - auszugeben. (mh)