Mehrere Organisationen fordern die Politik auf, sich in der EU für eine Kennzeichnungspflicht in Ampelform für Lebensmittel einzusetzen.
Ein Bündnis aus Verbraucherschutz- und Gesundheitsorganisa- tionen hat in einem Brief die Europaabgeordneten dazu aufgerufen, am 16. März im zuständigen Ausschuss für die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln zu stimmen. Konkret fordern die Unterzeichner, dass alle Bürger über die Nährwertinformationen “eine klare Orientierung über die Zusammensetzung des jeweiligen Lebensmittels im Hinblick auf eine gesunde Ernährungsweise” erhalten.
Deshalb sollen die Kennzeichnungen über den Brennwert (Kalorien), die enthaltenen Nährstoffe, Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren informieren. Die Nährwertkennzeichnung soll stets gut sichtbar auf der Vorderseite der Verpackung angebracht sein. Sämtliche Angaben sollen in Ampelform, also farblich dargestellt werden: rot = hoher Anteil, gelb = mittlerer Anteil und grün = geringer Anteil. Die Nährstoffe sollen auf der Basis unabhängiger wissenschaftlicher Erkenntnisse bewertet werden. Darüber hinaus soll auf der Rückseite der Verpackung eine ausführliche Nährwerttabelle über Brennwert, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium / Salz informieren. Die Nährwertkennzeichnung soll europaweit als Pflicht eingeführt werden.
Neben der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) haben auch der GKV-Spitzenverband, die AOK und die Bundesärztekammer, die Deutsche Herzstiftung, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und diabetesDE das Schreiben unterzeichnet. vzbv-Vorstand Gerd Bilen sieht darin ein Zeichen im Kampf gegen Übergewicht. Nach der Nationalen Verzehrsstudie sind in Deutschland zwei Drittel der erwachsenen Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig. Dem Robert-Koch-Institut zufolge sind aktuell etwa 1,9 Millionen Kinder übergewichtig, auf 800.000 von ihnen trifft die Diagnose Adipositas zu. (mh)