Fast 40% aller getesteten Lippenstifte erhielten von Öko-Test die Note "ungenügend". (Foto: © Pixelio / Klicker)
Das Magazin Öko-Test hat sich einen bunten Strauß voller Lippenstifte mal genauer angesehen und kommt zu einem bedenklichen Ergebnis. Ausgewählt hatten die Experten jeweils einen Cremelippenstift von insgesamt 21 Marken und diesen in allen Farbnuancen. Insgesamt wurden somit 306 Produkte untersucht. Von diesen untersuchten Lippenstiften erhielten 121 die Bewertung “ungenügend” und 44 die Note “mangelhaft”.
Durchweg zu empfehlen sind laut Öko-Test die Marken Dr. Hauschka, Lavera und Logona. Der [b] basic Lippenstift von Schlecker und der Rival de Loop Creamy Lipstick von Rossmann erhielten ebenfalls die Gesamtwertung “sehr gut”. Dagegen konnte keine einzige Farbnuance der folgenden Produkte überzeugen: Artdeco Perfect Color Lipstick, Astor Soft Sensation Vitamin & Collagen, La Roche-Posay Novalip Rouge Satin, Lancôme L’Absolu Rouge Creme-Lippenstift, Maybelline Jade Moisture Extreme und Rimmel Moisture Renew Lipstick.
Ein normaler Cremelippenstift kann bis zu 10% aus Farbpigmenten bestehen, wie hoch der Anteil tatsächlich ist, hängt von der jeweiligen Farbnuance ab. Farbpigmente können Schadstoffe enthalten, wie z.B. der als besonders bedenklich geltende Farbstoff CI 17200. Dieser Stoff kann Anilin abspalten, was unter dem Verdacht steht, Krebs auszulösen und wurde in mehreren Lippenstiften nachgewiesen (z.B. Niveau Beauté, Chanel, Dior). In vielen Farbnuancen fanden die Tester den gelben Farbstoff CI 19140 (Tartrazin), der Hautunverträglichkeiten wie Ausschlag oder Juckreiz hervorrufen kann.
Abzüge gab es für Paraffine, Erdölprodukte und Silikone, die in Lippenstiften enthalten sind, um deren Haftung auf den Lippen zu erhöhen. Von Paraffinen weiß man, dass sie sich in bestimmten Organen wie der Leber oder den Lymphknoten anreichern können. Darüber hinaus wurden in einigen Lippenstiften auch kritische Lichtschutzfilter und allergisierende Duftstoffe nachgewiesen. (mh)