Öko-Test kritisiert den hohen Nitratgehalt, den viele Rucola- und Kopfsalate aufweisen. (Bild: © Öko-Test)
Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat mehrere Kopfsalate und 60 Rucolasalate getestet und in zahlreichen Proben viel zu hohe Nitratwerte und andere Schadstoffbelastungen in bedenklichem Ausmaß gefunden. So wurde in 12 der 60 getesteten Rucolasorten viel Nitrat gefunden, in 9 Kopfsalaten sogar die gesetzlich zulässige Höchstmenge überschritten. Einen gesetzlichen Grenzwert für Nitrat in Rucola gibt es bislang nicht. Laut Öko-Test wird derzeit eine Beschränkung auf 5000-6000 Milligramm pro Kilogramm diskutiert, die aber vom Bundesinstitut für Risikobewertung als viel zu hoch gegriffen eingestuft wird. Nitrat selbst ist nicht giftig, wird aber beim Verdauungsprozess in Nitrit umgewandelt. Dieses kann im Magen zusammen mit Eiweiß reagieren und zu krebserregenden Nitrosaminen werden.
In zwei Dritteln aller Rucola-Proben und in 2 Kopfsalat-Proben wurden auch erhöhte Werte von anorganischem Bromid gefunden. Dieser Stoff kommt zwar auch natürlich im Boden vor, kann aber in erhöhter Menge auch ein Hinweis auf das hochgiftige und ozonschädigende Begasungsmittel Methylbromid sein, warnen die Experten. Schon seit September 2005 darf das Mittel in Deutschland nicht mehr eingesetzt werden, auch in der EU ist es nicht mehr erlaubt. Die letzten Aufbrauchfristen endeten allerdings erst in diesem März.
Einigermaßen erfreulich ist, dass nur eine der 60 Rucolaproben einen Pestizidwert hatte, der über der gesetzlichen Höchstmenge lag. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Behandlung mit Pestiziden zurückgegangen ist, alleine im Kopfsalat wurden 22 verschiedene Pestizide nachgewiesen. Nur lagen die Werte nie über den gesetzlichen Grenzwerten. (mh)