Öko-Test kritisiert die hohe Schadstoffbelastung und mangelnde Sicherheit von Schulranzen. (Foto: © Pixelio / Rebel)
Die Zeitschrift Öko-Test berichtet in ihrer April-Ausgabe von einem Test, den sie aktuell mit Schulranzen durchgeführt haben. Das Ergebnis ist erschreckend: Nicht nur, dass die Sicherheit bei vielen Produkten mangelhaft ist, sämtliche Schulranzen wiesen auch eine hohe Schadstoffbelastung auf.
Öko-Test hat insgesamt zehn Modelle getestet, jeweils fünf in geschlechtstypischem (Mädchen/Jungen) Design. Dabei ging es um die Handhabung, den Tragekomfort, die Sicherheit und die Schad- stoffbelastung. Zunächst zur Sicherheit: Die neue Schulranzennorm DIN 58124 schreibt vor, dass ein Schulranzen über mindestens 10% retroreflektierende und 20% fluoreszierende Flächen verfü- gen muss. Nur vier der getesteten Ranzen erfüllten die wesent- lichen Anforderungen der Norm, bei den übrigen fehlten vor allem fluoreszierende Flächen. Besorgniserregend sind auch die Inhaltsstoffe, die in den Schulranzen gefunden wurden. In jedem Modell wurden PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe und Phthalate als Weichmacher nachgewiesen.
In fast jedem Ranzen sind zinnorganische Verbindungen enthalten, in sieben Produkten wurden phosphororganische Verbindungen gefunden. Ein Modell enthielt sogar das giftige Halbmetall Antimon. In einem Ranzen fand man eine über dem gesetzlichen Grenzwert liegende Menge des aromatischen Amins p-Aminoazobenzol.
In der Handhabung gab es bei den meisten Modellen bis auf kleinere Aspekte nichts auszusetzen und auch hinsichtlich des Tragekomforts überzeugten fast alle Ranzen. Alle Modelle zeichneten sich durch eine solide Verarbeitung aus, die Verschlüsse erfüllen die Normanforderungen. In fünf von zwölf Fällen dringt beim Regentest nach 10 Minuten etwas Feuchtigkeit an, dies ist aber noch im Rahmen, so die Tester. (mh)