Der NABU arbeitet an einer dringend notwendigen Reform der gemeinsamen Fischereipolitik mit. (Bild: © NABU)
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) übt heftige Kritik an der gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der Europäischen Union. 1983 wurde sie mit dem Ziel eingeführt, die anhaltende Überfischung durch eine Regulierung der Fischerei zu beenden. Der NABU weist jedoch darauf hin, dass dieses Ziel offenbar völlig verfehlt wurde, was auch der Europäische Rechnungshof 2007 schon feststellte. Für das Scheitern der GFP gibt es laut NABU viele Gründe. Dazu gehören der Einsatz zu vieler Schiffe, überhöhte Fangquoten, zerstörerische Fangtechniken, zu hoher Beifang, Defizite bei der Kontrolle und Überwachung der Fischereiflotten sowie eine verfehlte Subventionspolitik. Der NABU nimmt nach eigenen Angaben an dem dringend erforderlichen Reformprozess der GFP teil. Seit April ist er Mitglied bei OCEAN 2012. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehreren Organisationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, bei der GFP-Reform ein Ende der Überfischung und destruktiver Fangmethoden durchzusetzen.
Doch auch der Einzelne kann sich engagieren, indem er auf den Konsum bedrohter Fischarten (z.B. Hai, Thunfisch) verzichtet und nur noch Fisch aus nachhaltiger und zertifizierter Fischerei kauft. Verschiedene Bio-Siegel wie das MSC (Marine Stewardship Council) oder das von Naturland oder Bioland können hierbei eine Orientierung sein. Natürlich können auch die Umweltverbände, die sich gezielt für eine nachhaltige und umweltverträgliche Fischerei einsetzen, durch Spenden oder Engagement unterstützt werden. (mh)