Der erste deutsche Offshore-Windpark "Alpha Ventus" ist heute offiziell ans Netz gegangen. (Foto: © Alpha Ventus)
Die erste Deutsche Offshore-Stromfabrik ist nun endlich komplett fertiggestellt und 45 Kilometer vor der Nordseeinsel Borkum ans Netz gegangen. Die zwölf Anlagen der 5-Megawatt-Klasse von “Alpha Ventus” generieren zwar schon seit sechs Monaten Strom, jedoch wurde der Probebetrieb erst heute in den Regelbetrieb überführt. Jede der Anlagen wurde auf einem 700 Tonnen schweren Fundament montiert, das in bis zu 30 Meter tiefem Wasser steht. Die Türme sind vom Fundament bis zur hausgroßen Gondel 90 Meter hoch. Die 56 Meter langen Rotorblätter der gigantischen Windanlagen bringtn 16,5 Tonnen auf die Waage. Der 250 Millionen Euro teure Windpark dient zu Testzwecken für künftige deutsche Offshore-Windfelder.
Für den Bau verantwortlich sind die drei Energieversorger EWE, Eon und Vattenfall, die sich im Jahre 2006 im Konsortium Doti zusammengetan haben, um die ersten Erfahrungen mit der kommerziellen Nutzung von Windparks auf hoher See zu sammeln. Kritik an dem Projekt gibt es von den Umweltschützern. Diese kritisieren, dass sich die Risiken für die Meeresumwelt kaum abschätzen lassen. So ist vollkommen unklar, wie sich der Baulärm und die Rammarbeiten auf Meeressäuger wie Schweinswale auswirken. Auch die Zugvögel könnten in Gefahr sein: Laut dem NABU wurde der Windpark zwar abseits der bekannten Flugrouten angelegt, jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Vögel ihre Routen nicht spontan ändern könnten. (ok)