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Betrug mit Bio-Produkten ist kein Kavaliersdelikt

Wer konventionell erzeugte Produkte als Bio-Ware deklariert und verkauft, macht sich strafbar. (Foto: © Pixelio / Mildenberger)
Wer konventionell erzeugte Produkte als Bio-Ware deklariert und verkauft, macht sich strafbar. (Foto: © Pixelio / Mildenberger)

Immer wieder wird versucht, herkömmlich produzierte Produkte als vermeintliche Bio-Ware zu verkaufen. Doch dies gilt als Betrug und ist wahrlich kein Kavaliersdelikt. Aktuell muss sich z.B. ein 48-jähriger Mann vor dem Kieler Landgericht verantworten, dem vorgeworfen wird, zusammen mit seiner Lebensgefährtin, einer Landwirtin, in großem Stil falsche Bio-Eier an Bio- und Reform- häuser verkauft zu haben. Die Lebensgefährtin wurde schon im Februar letzten Jahres rechtskräftig wegen Betrugs zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Sie hatte - offenbar zusammen mit dem Angeklagten - Eier aus normaler Käfighaltung als Bio-Eier verkauft und dabei zuletzt einen Jahresumsatz von rund 200.000 Euro erzielt. Der Mann muss sich nun wegen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch und Verstoß gegen das Ökolandbaugesetz verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dass er seine Lebensgefährtin massiv unter Druck gesetzt haben soll, dass diese die Eier aus Käfighaltung falsch deklariert. Er selbst weist die Vorwürfe zurück und gibt der Frau die alleinige Schuld an dem Betrug. Sollte der Mann schuldig ge- sprochen werden, drohen auch ihm eine Bewährungs- und Geldstrafe.

Gleichzeitig steht in Bielefeld ein Landwirt mit seiner Tochter vor Gericht, die sich wegen gewerbsmäßigem Betrug von angeblichen Bioschweinen vor dem Landgericht verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie konventionell aufgezogene Tiere als Öko-Ware verkauft haben und die Käufer so über die Qualität der Tiere getäuscht wurden. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Tiere mit konventionellem Futter und Medikamenten versorgt wurden, die für den Bio-Bereich nicht zugelassen sind. Mit dieser Masche sollen die beiden einen Schaden von 290.000 Euro verursacht und 58.000 Euro zu Unrecht verdient haben. Dem 55-jährigen Landwirt wird gewerbsmäßiger Betrug in 119 Fällen vorgeworfen, der 26-jährigen Tochter in 20 Fällen. (mh)

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