Aus dem Leck der havarierten Bohrinsel "Deepwater Horizon" strömen täglich etwa 800.000 Liter Öl ins Meer. (Foto: US Coast Guard)
Die Lage im Golf von Mexiko spitzt sich nach dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon” immer weiter zu. Jetzt plant der Öl-Riese BP das Leck, aus dem täglich etwa 800.000 Liter Rohöl in das Meer strömen, mit einer Technik zu verschließen, die bislang nur in falchem Wasser angewendet wurde. BP plant das ausströmende Öl mithilfe einer riesigen Glocke aus Stahl und Beton, die über das Leck gestülpt werden soll, direkt in einer Tanker zu pumpen. Das Leck der havarierten Bohrinsel liegt allerdings in 1.500 Metern Tiefe und noch ist es völlig unklar, wie man die Glocke auf dem Grund des Meeresbodens sicher verankern kann. Ob das waghalsige Projekt Erfolg haben wird, steht in den Sternen.
Es scheint allerdings die einzige kurzfristige Lösung zu sein, die BP hat. Um das Leck komplett abschließen zu können, ist die Bohrung eines weiteren Lochs notwendig. Dies könnte Schätzungen zufolge bis zu 90 Tagen dauern. Bis dahin könnten 72 Millionen Liter Öl aus dem Leck austreten und für eine der größten Umweltkatastrophen aller Zeiten sorgen. Die “Deepwater Horizon” war am 20. April explodiert und gesunken. Seitdem wird die empfindliche amerika- nische Südküste von einem riesigen Ölteppich bedroht. (ok)