Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hält die Welt weiter in Atem: Jetzt hat das erste Öl die Küste einer unbewohnten Insel getroffen.
Einem Bericht der US-Küstenwache zufolge hat ein erster dünner Ölfilm die Küste von Freemanson Island, einer unbewohnten Insel vor New Orleans, erreicht. Die Insel liegt inmitten eines Natur- schutzgebiets. Die Küstenwache hat außerdem erste, dicke Ölklumpen vor der Insel gesichtet. Laut dem Bericht wurden in der Nähe der Grand Gosier Islands zwei tote Seevögel gefunden. Noch ist unklar, ob die Vögel durch Öl verseucht wurden. Aktuell arbeite BP mit Hochdruck daran, schwimmende Barrieren auf der Insel auszulegen, um die Ufer vor Verschmutzungen zu schützen.
Zudem versucht BP heute mithilfe einer Glocke aus Stahlbeton ein Leck der havarierten Bohrinsel “Deepwarter Horizon” abzudichten. Die Glocke soll über das Leck gestülpt werden und über einen Schlauch das austretende Rohöl in den Bauch eines Tankers leiten. BP schätzt, dass durch diese Maßnahme etwa 85 Prozent des Öls aufgefangen werden können. Aktuell treten täglich etwa 800.000 Liter Öl aus dem Leck aus und fließen in den Golf von Mexiko. Ob das Projekt Erfolg hat, steht noch in den Sternen. Bislang wurde diese Technik lediglich in flachen Gewässern angewandt. Durch den Ölteppich werden unzählige Fisch- und Vogelarten bedroht. Der Schaden für die Tierwelt ist noch nicht absehbar. (ok)