Für die Produktion des in Diesel enthaltenen Agrosprits werden große Flächen Regenwald zerstört. (Foto: © Pixelio / Cornerstone)
Das Beimischungsgesetz schreibt vor, dass Mineralöldiesel 7% Agrodiesel zugesetzt werden muss. In Deutschland werden jedes Jahr rund 130.000 Tonnen Palmöl und 250.000 Tonnen Sojaöl durch Diesel vertankt. Greenpeace-Wald-Expertin Corinna Hölzel bezeichnet das Argument, dass Agrodiesel die heimische Land- wirtschaft schützen würde, als “absurd”, da die hierzulande angebauten Rohstoffe knapp und teuer sind. Würde man sämtlichen in Deutschland angebauten Raps in Agrodiesel verwandeln, würde man nur einen Beimischungsanteil von 5% erzielen, so Hölzel. Mit anderen Worten: die vom Gesetzgeber geforderte Nachfrage kann nicht nur aus heimischen Rohstoffen bedient werden, deshalb fordert Greenpeace die Abschaffung der gesetzlichen Beimischungsquote.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nun 160 Diesel-Proben von 80 Tankstellen aus dem gesamten Bundesgebiet in einem unabhängigen Labor testen lassen. Das Ergebnis: In dem Diesel-Treibstoff sind im Durchschnitt 6% Palmöl und 11% Sojaöl enthalten. Für die Produktion dieses Agrodiesels werden große Flächen Regenwald vernichtet, vor allem Argentinien und Indonesien sind hier betroffen. In Indonesien wird in jeder Minute Regenwald von einer Fläche von fünf Fußballfeldern zerstört, damit Plantagen angelegt werden können. Dies hat nicht nur dramatische Auswirkungen auf das globale Klima, sondern zerstört auch den Lebensraum vieler bedrohter Tierarten wie dem Orang-Utan oder Sumatra-Tiger. (mh)