Einem Professor der Purdue Univesität zufolge könnten täglich 11 Millionen Liter Rohöl aus dem Leck der "Deepwater Horizon" ins Meer fließen.
Laut einer Schätzung der US-Küstenwache strömen täglich mehr als 700.000 Liter Rohöl aus dem Leck der im April havarierten Ölplattform “Deepwater Horizon”. Professor Steve Werely von der Purdue Universität in den USA hat sich nun ein offizielles Video von BP angesehen, auf dem das Leck und das austretende Öl zu sehen ist. Er hat anhand des Videos die Fließgeschwindigkeit des Öls ermittelt und ist zu dem erschreckenden Ergebnis gekommen, dass täglich die zehnfache Menge, nämlich rund 11 Millionen Liter (70.000 Barrel) Rohöl, aus dem Leck ins Meer strömen. Die Messmethode, mit der Professor Werely das neue Ausmaß der Öl-Katastrophe festgestellt haben will, soll eine Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent haben. Es könnten also 8,9 Millionen (56.000 Barrel) oder sogar 13,3 Millionen (84.000 Barrel) Liter Öl sein, die den Golf von Mexiko täglich weiter verunreinigen.
Es gibt allerdings eine Unbekannte in der Rechnung: Werely kann nicht feststellen, wie hoch der Anteil an Gas ist, das ebenfalls aus dem Leck austritt. Sollte dieser sehr hoch sein, könnte die Menge des austretenden Öls niedriger liegen. Auf gar keinen Fall sollen jedoch die offiziellen Zahlen von 700.000 bis 800.000 Litern (5000 Barrel) am Tag stimmen. Sollte sich herausstellen, dass Professor Werely mit seinen Schätzungen Recht hat, würde aus dem Leck der “Deepwater Horizon” alle vier Tage so viel Öl austreten, wie vor 20 Jahren bei der Havarie der “Exxon Valdez”.