Der riesige Ölteppich der havarierten Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" könnte schon bald in den "Loop Current" geraten. (Foto: © NASA)
Der Ölriese BP konnte zwar am Wochenende einen ersten Erfolg bei der Bekämpfung der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verzeichnen, jedoch strömen auch nach der Einführung eines dünnen Rohrs in das Ölleck der im April havarierten Bohrinsel “Deepwater Horizon” noch knapp 500.000 Liter Rohöl pro Tag ins Meer. Nun bedroht der riesige Ölteppich die empfindliche Küste Floridas. Bereits gestern berichteten wir, dass die US-Küstenwache rund 20 Teerklumpen an der Küste Floridas gefunden hat, die von dem Ölleck stammen könnten. Nun schlagen Umweltschützer Alarm, dass der Ölteppich, der sich aktuell noch weit vor der Küste befindet, diese in absehbarer Zeit erreichen könnte. Mittlerweile sei es “zunehmend wahrscheinlich”, dass der Ölteppich in die Meeresströmung “Loop Current” gerät, die im Uhrzeigersinn durch den Golf von Mexiko fließt.
Die US-Klima- und Ozeanbehörde NOAA teilte am Dienstag mit, das Öl könne innerhalb der nächsten 10 Tage an die Küste gespült werden. Die Strände seien aber wahrscheinlich nur dann gefährdet, wenn ein starker Wind landeinwärts das Öl an die Küste treibt. Ausläufer des Ölteppichs sind dem “Loop Current” laut der NOAA schon erschreckend nahe gekommen. Experten gehen jedoch davon aus, dass das Öl Floridas Küste in Form von dicken Ölklumpen erreichen würde. BP will weiterhin daran arbeiten, die Menge des aus der in 1.500 Metern Tiefe liegenden Ölquelle abgesaugten Öls zu erhöhen. Aktuell saugt man ca. 316.000 der 800.000 Liter ab, die täglich ausströmen. Experten gehen davon aus, dass die von BP angegebene Menge keinesfalls korrekt ist. Ein Professor, der einige Videos der Ölquelle studiert hat, schätzt sogar, dass täglich bis zu 11 Millionen Liter Öl ins Meer fließen. (ok)