Japan hat das erste solarbetriebene Sonnensegel ins All geschickt. (Foto: © JAXA)
Die japanische Weltraumagentur Jaxa testet derzeit ein alterna- tives Antriebskonzept für Raumsonden: Nachdem der Start wegen schlechten Wetters um drei Tage verschoben werden musste, wurde nun am Freitag die erste solarbetriebene Weltraum-Yacht “Ikaros” ins All geschickt. Zusammen mit einer H-IIA-Trägerrakete hob das mit hauchdünnen Solarsegeln ausgestattete Raumschiff ins Weltall ab. “Ikaros” ist die Abkürzung für “Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun” und hat einen Durchmesser von 20 Metern. Das gerade mal 0,0075 Millimeter dünne Raumschiff besteht aus Polyimid-Harz und wird von Film-Solarzellen und dem Druck der Sonnenlichtpartikel angetrieben.
Schon seit 100 Jahren haben Wissenschaftler die Vision eines solarbetriebenen Sonnensegels, doch technische Probleme hatten eine Realisierung bislang unmöglich gemacht. Wenn diese Mission erfolgreich verläuft, glaubt Jaxa, dass zukünftig auch Hybrid- antriebe für interplanetare Missionen möglich sein werden. In einigen Jahren wollen die Forscher ein zweites Sonnensegel mit einem Durchmesser von 50 Metern ins All schicken. (mh)