Der britische Ölriese BP setzt trotz einer Anordung der US-Umweltbehörde EPA weiterhin die Chemikalie "Corexit" gegen das Öl ein. (Foto: © NASA)
Trotz Anordnung der US-Umweltbehörde EPA will der britische Ölkonzern BP auch weiterhin mit der umstrittenen Chemikalie “Corexit” die Ölpest im Golf von Mexiko bekämpfen. Mit “Corexit” soll das austretende Öl aufgelöst und verhindert werden, dass es an die Meeresoberfläche aufsteigt. Bislang ist noch nichts über die langfristigen Folgen der Chemikalie bekannt, weshalb die EPA den Ölriesen dazu aufgefordert hat, sparsamer mit dem Mittel umzugehen und nach ungiftigen Alternativen zu suchen. “Corexit 9500″ wird im Golf von Mexiko in bisher noch nicht dagewesenen Mengen verwendet. Laut BP sei “Corexit ” das “geringste Übel”, da es von fünf infrage kommenden Mitteln die geringsten Auswir- kungen auf die Umwelt habe. Zudem stünden die anderen Mittel nicht in ausreichender Menge zur Verfügung.
“Corexit” gilt als mäßig gesundheitsgefährdend und kann bei längerem Kontakt Augen, Haut und Atemwege reizen. Wie sich das Mittel auf Fische und andere Meeresbewohner auswirken wird, ist noch unklar. Am Dienstag will BP versuchen, das in 1.500 Meter Tiefe gelegene Leck der am 20. April explodierten Bohrinsel “Deepwater Horizon” mit Schlamm und Zement zu verschließen. Der Ölkonzern hat mittlerweile auch einen Live-Videostream ins Netz gestellt, auf dem Nutzer einen Blick auf die aktuelle Situation am Meeresgrund werfen können. (ok)