Eine Studie zeigt, dass gerade der Ausbau von PV-Anlagen die Wirtschaft- lichkeit konventioneller Kraftwerke bedroht. (Foto: © Pixelio / I-Ku)
Bislang wurden zwar die Auswirkungen von dem Ausbau der er- neuerbaren Energien auf die Strombörse untersucht, nicht aber die einzelnen Technologien berücksichtigt. Eine Studie des arrehnius Instituts für Energie- und Klimapolitik hat dies jetzt getan und zum ersten Mal die konkreten Auswirkungen des Photovoltaik-Ausbaus auf den deutschen Strommarkt untersucht. Das Besondere an der Photovoltaik als alternative Energiequelle ist, dass sie nur tagsüber Strom erzeugt und zur Mittagszeit ihren Höhepunkt erreicht. Genau zu diesem Zeitpunkt ist auch der Strombedarf in Deutschland sehr hoch und somit gleichzeitig auch die Strompreise an der Börse. Konventionelle Kraftwerke erwirtschaften in dieser Zeit die Beiträge, mit denen sie ihre Investitionskosten finanzieren. Wenn nun die Photovoltaik weiter ausgebaut wird, so dass die Nachfrage sinkt, hat dies der Studie zufolge zwei Effekte: Die Erlöse alter und neuer konventioneller Kraftwerke sinken und damit auch ihre Attraktivität und Wirtschaftlichkeit. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Stromwirtschaft aus, heißt es.
Die Autoren der Studie sehen hierfür nur zwei Lösungen: “Entwe- der wir ändern umgehend die Regeln des Strommarktes so, dass er mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien und den dafür benötigten Backup-Kraftwerken kompatibel ist oder wir müssen den Zubau der PV verlangsamen”, erklärt Autor Helmuth Groscurth. Co-Autor und wissenschaftlicher Direktor des arrhenius Instituts weist darauf hin, dass bei der zunehmenden Stromversorgung aus erneuerbaren Energien die hierfür erforderlichen Marktan- passungen berücksichtigt werden müssten. (mh)