Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat zum Boykott des britischen Ölkonzerns BP aufgerufen. (Foto: © NASA)
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat in einem Interview mit “Handelsblatt Online” zum Boykott des britischen Ölkonzerns BP aufgerufen, der nach über einem Monat noch immer nicht die Kontrolle über das Ölleck der am 20. April explodierten Bohrinsel “Deepwater Horizon” erlangt hat. Roth fordert die Verbraucher dazu auf, durch verantwortungsvolles Kaufverhalten ein Zeichen gegen den Konzern zu setzen, der laut Roth wissentlich niedrigere Sicherheitsstandards in Kauf genommen habe.
Roth fordert außerdem mehr Macht für die Vereinten Nationen im Kampf gegen Umweltsünder. “Die Uno braucht endlich eine eigene Umweltagentur, um drastische Strafen gegen derartige Umwelt- stünder verhängen zu können”, so Roth. “BP hat sich eines Verbrechens gegen Mensch und Natur schuldig gemacht.” BP wollte ursprünglich am Sonntag mit dem Versuch beginnen, das in 1500 Meter Tiefe liegende Leck mit Schlamm und Zement zu verschließen. Der Termin wurde jedoch überraschend auf den morgigen Dienstag verschoben. Die US-Regierung hat BP inzwischen angedroht, dem Unternehmen die Führung bei der Bekämpfung der Ölpest zu entziehen, da man einen Termin nach dem anderen verstreichen lasse. Täglich strömen nach offiziellen Angaben etwa 800.000 Liter Rohöl aus dem Leck in den Golf von Mexiko. Hier gibt es einen Live-Videostream des Öllecks. (ok)